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KRITIK von KLAUS KALCHSCHMID 
zum Konzert in der Black Box, 6.11.2010

Crossover im besten Sinne – als Brückenschlag zwischen Kulturen und verschiedensten Musikstilen bot das aufregende Konzert des Ensembles Zeitsprung unter Leitung von Markus Elsner in der Black Box des Gasteig. Neben westlichen Streich- und Holzblasinstrumenten, Harfe, Gitarre, Mandoline und Klavier spielte Wu Wei hochvirtuos die chinesische Mundorgel Sheng sowie Erhu, ein zweisaitiges Streichinstrument ohne Bünde und Griffe. Xu Fengxia aber benutzte die Guzheng, eine Art Zither, im Duo mit Wu Wei als Kaleidoskop von Instrumenten. Wie die beiden die moderne Version einer Pekingopern-Szene sangen, spielten und improvisierten, das war nicht nur fantastisch musiziert, sondern machte, auch wenn man kein Wort verstand, beim Zuhören unbändigen Spaß. Nicht minder verrückt Fengxias Komposition „Shanghai Blue Sky“ - ein Mix aus Jazz, traditioneller chinesischer Musik mit einer Prise Rap und Folk music.

Dagegen nahm sich Tan Duns „Concerto for Pizzicato Piano and 10 Instruments“ verwirrend vielgestaltig, aber auch etwas beliebig aus, und Xiaoyong Chens „Evapora“ zog sich in die Länge wie eine chinesisch angehauchte Morton-Feldman-Imitation. Erfrischend melodiös und perfekt in der Ergänzung und zunehmenden Verschmelzung von Bratsche, Klarinette und Sheng war die Uraufführung des Abends, Klaus Hinrich Stahmers „Wu“, das neueste Stück einer ganzen Reihe ähnlicher, nicht minder spannender Kammermusikwerke.

Auch am Ende des zweieinhalbstündigen Abends kam keine Langeweile auf, denn der 34-jährige in New York lebende Huang Ruo beherrscht den Brückenschlag zwischen China und dem Westen ebenfalls aufs Schönste. Gegen Ende gewann die deutsche Erstaufführung von „Curve of the Shadow“ für Sheng, Guzheng und 12 Spieler immer mehr an Fahrt, die Instrumente verselbständigten sich wie im Delirium und brausten doch am Ende mit fantastischem Groove auf einem Gleis wie eine gewaltige, nach allen Seiten Dampf spuckende Lokomotive durch grandiose Landschaft.

(KLAUS KALCHSCHMID)

 

 

"Kunst gilt mir nichts, wenn sie nicht imstande ist, auf der Ebene des Unbewussten eine Verbindung zwischen dem, der das Kunstwerk schuf, und dem, der es wahrnimmt, herzustellen."
Leonard Bernstein, 1954

 

Aktuell

Sonderkonzert 5.2.11
Am Sonntag, 5.2. um 19.00 Uhr präsentiert Stefanie Schumacher das Programm ihrer CD "Unanswered Questions" in der Black Box im Gasteig. Erfahren Sie hier mehr: www.stefanieschumacher.de
Solo-CD Stefanie Schumacher erscheint bei OehmsClassics
Am 14.10. erscheint "Unanswered Questions" - die erste Solo-CD von Stefanie Schumacher (Mitglied des Ensemble Zeitsprung). Lesen Sie hier mehr: www.stefanieschumacher.de
Vorverkauf läuft!
ZEITSPRUNG XX am 20.10.
Konzertwerke bedeutender Filmkom-
ponisten stehen im Zentrum dieses Konzertes; Karten wie immer unter 089- 54 81 81 81 oder im Internet:
www.muenchenticket.de
Kritik ZEITSPRUNG XVIII
Klaus Kalchschmid hat uns freundlicherweise erlaubt, seine leider unveröffentlicht gebliebene Kritik zu ZEITSPRUNG XVIII (chinesische Komponisten) an dieser Stelle zu veröffentlichen. Ein herzliches Dankeschön! Lesen Sie hier
Markus Elsner neuer Leiter der "Tage der Neuen Musik Bamberg"
Markus Elsner wird ab 2011 künstlerischer Leiter der Tage der Neuen Musik in Bamberg. Das Ensemble Zeitsprung wird zugleich "Ensemble in Residence" des Festivals, das alle 2 Jahre im Mai/Juni stattfindet.
www.neue-musik-in-bamberg.de
"Vielstimmige Friedenskantate"
Süddeutsche Zeitung (Klaus Kalchschmid) über das
Weihnachtskonzert des Ensemble Zeitsprung - lesen Sie hier!
Bayerischer Kunstförderpreis
Am 9. November 2009 wurde Markus Elsner, Leiter des Ensemble Zeitsprung, mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet.
"Viele Farben"
Lesen Sie hier die Kritik der Süddeutschen Zeitung zu ZEITSPRUNG XIV - Klingende Zeit
Musikstipendium der Stadt München 
Das Ensemble Zeitsprung erhält das Musikstipendium der Landeshauptstadt München 2008.

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